Der Ausbildungsverbund Ostschweiz organisierte in Wil einen interkantonalen Schiesskurs.
 In der Schiessanlage Thurau Wil absolvierten 31 motivierte Schützinnen und Schützen aus fünf Ostschweizer Kantonen am vergangenen Samstag den praktischen Teil eines zweitägigen Schiesskurses. Die theoretische Weiterbildung fand bereits am Freitag im Toggenburgerhof Kirchberg statt.

Kursleiter Roland Gyger, Krinau und Florian Zogg, Oberuzwil als Leiter Administration / Finanzen organisierten für den Ausbildungsverbund Ostschweiz den Schiesskurs. Die jedes Jahr angebotene Weiterbildung im Sportschiessen verfolgt gemäss Florian Zogg zwei Ziele. Einerseits bildet sie eine Plattform für die Förderung des persönlichen Potenzials der Teilnehmenden. Andererseits gilt der Kurs als Vorstufe für die Ausbildung von Trainern und Jungschützenleitern.
Theoretische Grundlagen
Der erste Schiesskurs dieses Jahres fand in der Region Wil statt. Die teilnehmenden fünf Damen und 26 Herren kamen aus den beiden Appenzell, Graubünden, Thurgau und St.Gallen. Am Freitag bestritten die Klassenlehrer Roland Gyger, Florian Zogg und Ivo Koller den theoretischen Teil. Nach der Information und den administrativen Weisungen folgten die Themen Zielen, Korrekturen der Trefferlage, der Erfahrungsaustausch über Witterungseinflüsse beim Schiessen und die koordinierte Schussauslösung.
Der Waffenfachmann Daniel Hollenstein erklärte die Waffenreinigung und beantwortete allgemeine Fragen. Einen wichtigen Stellenwert nimmt beim Schiessen die mentale Bereitschaft ein, wie Florian Zogg bemerkte. Er ging deshalb in seiner Lektion grundlegend auf dieses bedeutungsvolle Thema ein. Die Teilnehmenden wurden mit einer umfassenden Dokumentation bedient, die ihnen auch im persönlichen Bereich dienen wird.

Praktische Anwendung
Die praktischen Ausbildungslektionen des interkantonalen Schiesskurses fanden am Samstag in der Schiessanlage Thurau statt. 26 Schützen entschieden sich für die Disziplin 300 m, zwei Damen für das Luftgewehr- und drei Absolventen für das Kleinkaliberschiessen. Die Kursleiter und zusätzliche Klassenlehrer instruierten ihre zugeteilten Teilnehmer in den bereits theoretisch vermittelten Grundlagen. Vom Stellungsaufbau bis zur ruhigen Schussabgabe wurden Details geübt und die Auswirkungen von Fehlern erkannt. Nach dem Mittagessen in der Schützenstube der Stadtschützen Wil setzte sich der Kurs mit weiteren Uebungen und Tests fort, unter anderem auch in der Knieendstellung.

Positive Stimmung
Aeusserungen von Teilnehmenden zeigten, dass der Aus- und Weiterbildungskurs ein sehr positives Echo fand. So befand die 21-jährige Laura Michel aus Davos, dass sie nach fünfjährigem Besuch von Jungschützenkursen für einmal das Schiessen von einer anderen Seite kennen gelernt und viel profitiert habe. Die Thurgauer J+S-Leiterin Trix Spuhler, welche Luftgewehrschützen trainiert, bestätigte ebenfalls, dass sie im Kurs sehr viel vertiefte Kenntnisse erworben habe, die sie ihren Schützlingen weitergeben könne. Grosse Begeisterung war bei Sandra Isenring, Dietfurt zu spüren: „Sowohl der theoretische wie auch der praktische Teil waren sehr spannend. Ich profitierte sportlich und persönlich“.
Christian Hildebrand, Krummenau, dessen Mutter den Schützenverein Nesslau präsidiert, fand den Schiesskurs ebenfalls interessant und lehrreich. „Ich konnte meine Schiesstechnik verbessern und gute Grundlagen für meine zukünftige Tätigkeit als J+S-Leiter erarbeiten“, sagte Hildebrand. Auch die Kursleitung zog ein positives Fazit. Alle Teilnehmenden hätten den freiwilligen Kurs motiviert und lernwillig absolviert. Das sei für ihren Einsatz als J+S-Leiter und Vereinsinstruktoren eine gute Voraussetzung.

Image verbessern
Der Waffenbesitz und das militärisch geprägte Schiesswesen gerieten in den letzten Jahren vermehrt in die öffentliche und politische Diskussion. Dennoch übt das sportliche Schiessen auf breite Kreise unseres Volkes noch immer eine grosse Faszination aus. Das zeigen auch die grossen Teilnehmerzahlen an Schützenfesten. Kaum in einer anderen Sportart sind so viele Männer und Frauen aus allen Gesellschafts- und Alterskreisen begeistert wie beim Schiessen. Vom jugendlichen Anfänger bis zum betagten Veteran sind engagierte Schützenbegeisterte anzutreffen. In gesunden, aktiven Vereinen und durch seriöse Ausbildung wird versucht, das angeschlagene Image des Schiesssports zu verbessern.